Imkerverein Ludwigsfelde

Achtung: Futtermangel droht!!

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Achtung: Futtermangel droht!!

Liebe Imkerkollegen, durch das anhaltend schlechte Wetter konnten unsere Bienen nur sehr selten und kurz ausfliegen. Zu wenig, um bereits Vorräte anzulegen. Dabei ist aber der Brutumfang stark angestiege. Diese Brutfläche, die teilweise mittlerweile über viele Brutwaben reichen sollte, muss auf ca. 35 Grad gehalten werden, damit sich die Bienen gut entwickeln können. 35 Grad – und das bei den aktuellen nächtlichen Temperaturen!!! Dafür benötigen unsere Bienen jede Menge Futter und wenn wir Imker nicht aufpassen, droht Futtermangel und im schlimmsten Fall, den jeder verantwortungsvolle Imker vermeiden sollte und kann, ein Verhungern der Völker. Aus diesem Grund hat der Landesverband Brandenburg folgende Mail von Dr. Jens Radtke vom Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V. alle Vereine verschickt:

Sehr geehrte Herren [sic],

aufgrund extremen Futtermangels stelle ich nachfolgende Info mit der Bitte zur Verfügung, diese möglichst schnell und möglichst breit zu verteilen. Eigentlich wollte ich darauf verzichten, die selbe Warnung, wie ich sie vor gut 1 Jahr herausgegeben habe, zu wiederholen. Doch leider ist die Nahrungssituation in diesem Jahr wesentlich kritischer und vor allem für Einsteiger völlig überraschend. Inzwischen brechen selbst üppig mit Winterfutter versehene Bienenstände an Hungersnot zusammen. Die Multiplikatoren informiere ich gleichlautend.

ACHTUNG: Futter statt Frühtracht

Aufgrund der anhaltend kühlen Witterung konnten wichtige Frühtrachten wie Ahorn, Obst und Löwenzahn zumindest im Nordosten Deutschlands von den Bienen nicht oder nur unzureichend genutzt werden. Die Blüten von Steinobst sind regional sogar flächendeckend erfroren. Dennoch haben sich die Völker rasant entwickelt, außergewöhnlich viel Futter verbraucht und verbrauchen es immer noch – sofern überhaupt noch Vorräte vorhanden sind. Manch erwartungsfroher Imker wurde von Stagnation über Bienenschwund und Brutstopp bis hin zu leeren Kästen überrascht, weil die Völker hungern bzw. verhungert sind. Futterkontrollen sind in diesem ausgesprochen kühlen Frühjahr dringend geboten. Zwar wird die Temperatur am Wochenende ansteigen, aber von Montag bis Freitag wieder deutlich unter 16 °C fallen. Besser werden die Aussichten erst ab 13.05. – allerdings kaum für rapsferne Standorte. Und selbst die noch ferne Robinie-Blüte lässt aufgrund von Frostschäden wenig Hoffnung aufkommen.

Wo das Futter also knapp wird (kein Honigvorrat, keine Futterkränze auf den Brutwaben und weniger als 5 kg Futter in den Randwaben) muss füttern! Gleiches gilt für jene Imker, die unter diesen widrigen Umständen bereits Ableger gebildet haben. Bei der Kontrolle des Futterstandes müssen jedoch nicht alle Waben gezogen und nach den letzten Futterresten abgesucht werden, sondern der Bereich der eigentlichen Honigglocke über dem und um das Brutnest genügt für eine flüchtige Kontrolle. In anstehende Scharmkontrollen wird die Kontrolle der Futterreserve selbstverständlich integriert. Sollte der Vorrat knapp sein, muss bei klein gehaltenem Flugloch (Räubereigefahr!) kräftig gefüttert werden: 5 l Zuckerlösung 3:2 (3 kg Zucker auf 2 Liter Wasser) oder eine entsprechende Menge Fertigfutterlösung bringen wieder Leben in den Kasten. Gut beraten ist, wer schnell aus Vorräten schöpfen kann.

Nach 3-4 Tagen muss ggf. nochmals gefüttert werden, um eine kleine Reserve in den Völkern zu schaffen. Wer erwartungsvoll Honigräume aufgesetzt hatte, wird sie in dieser Situation leer vorfinden und nimmt sie selbstverständlich herunter, damit hier kein Futter eingelagert wird.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Radtke

Wiss. Mitarbeiter

Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V.
Dr. Jens Radtke
Friedrich-Engels-Str. 32
16540 Hohen Neuendorf
Tel.: (0 33 03) 29 38 38
Fax: (0 33 03) 29 38 40
http://www.Honigbiene.de

E-mail: Jens.Radtke@rz.hu-berlin.de

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