Imkerverein Ludwigsfelde

Das Imkerjahr 2017 hat begonnen …

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Das Imkerjahr 2017 hat begonnen …

Heute trafen sich die Imker des Imkervereins Ludwigsfelde zu Ihrer ersten Vereinssitzung im neuen Jahr. Als erstes wurde den beiden Verstorbenen des letzten Jahres gedacht:

Dies war zum Einen unser langjähriger Vorsitzender Helmut Walther. Helmut hat sich viele Verdienste um unseren Verein erworben und dafür gesorgt, dass er nach der Wende nicht auseinander fiel. Nach vielen Jahren des Rückgangs der Imkerschaft war der Verein zeitweise auf nur noch vier Imker geschrumpft. Der Arbeit der verbliebenen Imker, unter unermüdlicher Führung von Helmut, ist es zu verdanken, dass der Verein wieder erstarkt ist und mit einem aktiven Vereinsleben aufwarten kann. Wir danken ihm von Herzen für die geleistete Arbeit und werden ihm immer ein würdiges Andenken bewahren.

Dann mussten wir uns von unserem langjährigen Landesvorsitzenden Reiner Gabriel verabschieden, der im letzten November – für uns alle sehr überraschend – verstorben ist. Reiner hat mit unermüdlicher Arbeit sehr viel für die Imkerschaft in Brandenburg und ganz Deutschland getan. Ob es das immer offene Ohr für die Belange der Vereine war, sein Einsatz für das Seuchenmobil, der Kampf um mehr Bienenweide mit den Gemeinden oder die Öffentlichkeitsarbeit – immer war er präsent und in vollem Einsatz für die Bienen unterwegs. Der Imkerverein Ludwigsfelde dankt ihm außerordentlich für die geleistete Arbeit und hat – wie von Reiners Familie gewünscht – für eine Spende an die Deutsche Hirntumorhilfe e.V. gesammelt.

Nach diesem traurigen Punkt auf der Tagesordnung, richtete sich der Fokus auf die kommende Bienensaison: Wir konnten ein neues Vereinsmitglied begrüßen und einige Informationen aus dem Landesverband erhalten.

Ein wichtiger Punkt wurde – wieder einmal – das Thema Varroa und Winterverluste. Wie man der Presse und dem Internet entnehmen kann, wird in diesem Winter mit bedeutenden Völkerverlusten gerechnet. Die aktuellen Meldungen – nach denen auch erfahrene Imker einen Großteil ihrer Völker verloren haben – lassen nichts Gutes erwarten. In unserem  Verein halten sich die Verluste bisher jedoch in Grenzen. In diesem Zusammenhang wurde den Jungimkern noch einmal die Dringlichkeit der Varroabehandlung und verschiedene Konzepte dafür nahegelegt. Ebenso wie die Notwendigkeit nach Möglichkeit nur starke und gesunde Völker einzuwintern. Hierfür wurde – neben den bekannten Verfahren mit organischen Säuren – das Konzept der Totalen Brutentnahme diskutiert und das Vorgehen erläutert. (Hier für alle Interessierten ein Link zum Bieneninstitut Kirchhain, in dem das Vorgehen erläutert wird: Varroareduzierung durch vollständige Brutentnahme)

Des weiteren wurden die Arbeiten in den kommenden Wochen durchgesprochen. Es wurden verschiedene Schadbilder von Bienenständen gezeigt. So z.B. wie ein Waschbär wiederholt Styrophorbeuten aufgekratzt hat oder wie Kratzspuren von Marder & Dachs aussehen. Damit wurde deutlich, dass man auch jetzt – in der kalten Jahreszeit – seine Bienenstände regelmässig kontrollieren sollte. Durch die schnelle Reaktion der betroffenen Imker konnten alle betroffenen Völker umlogiert und gerettet werden. Dann wurden Möglichkeiten diskutiert, wie man legal und ohne Strom, Waschbär, Marder und Co. vergrämen kann. Waschbären sind sehr geruchsempfindlich, deshalb finden sich im Handel einige Präparate, die Waschbären fernhalten können. Eine gute Hilfe kann auch der zuständige Förster sein, der unterstützen kann.

Und dann ging es um die wichtige Frage der Jungimker, ab wann sie das erste Mal an ihre Völker gehen sollten. Der Rat der „Alten“  lautete früher: „Öffne nie ein Volk vor der Stachelbeerblüte.“ Darauf, dass dies nicht mehr aktuell ist hat bspw. Guido Eich schon oft hingewiesen. Besonders in launigen und langen Wintern, müssen die Futtervorräte und der Zustand der Völker kontrolliert werden. Die Möglichkeiten – einer für das Volk möglichst störungsfreien  – Kontrolle des Volkes ohne Öffnen der Beute bspw. durch Anheben (Futtervorräte), die Varroaschublade  (Stärke und Sitz des Volkes / Varroadruck) oder Klopfen an der Beute (ein gesundes Volk braust kann kurz auf und verstummt dann wieder) wurden diskutiert. Ebenso, wie die ersten Ausflüge der Bienen und das Abkoten außerhalb oder innerhalb des Stockes (Nosemagefahr) zu bewerten sind. Der Rat war dann, auf Tage mit etwa 10 Grad Außentemperatur zu warten und dann seine Völker zügig auf Futtervorräte zu kontrollieren, dabei muss aber nicht das Brutnest auseinander gerissen werden. Sind Futterkränze über dem Brutnest erkennbar, sollte es immer noch reichen … Dies wird aber ein Thema für die nächste Versammlung, wo wir neben der ersten Kontrolle auch Möglichkeiten der Notfütterung  im Frühjahr durchsprechen werden.

Kurz wurde dann noch auf den Umgang mit Schwärmen hingewiesen. Besonders Jungimker freuen sich, Schwärme einzufangen. Bevor man jedoch einen fremden Schwarm auf dem heimischen Bienenstand einlogiert, sollte man jedoch auch die Gefahren (Faulbrut, Varroa, Hybridisierung durch unbekannte Herkünfte) und die Möglichkeiten damit umzugehen kennen (Kellerhaft, Entnahme und Vernichtung des Baus der ersten 3 Tage bei gleichzeitiger Fütterung etc.). Erfahrene Imker aus dem Verein raten Jungimkern jedoch, von unbekannten Schwärmen die Finger zu lassen … oder sie zumindest nicht sofort auf dem eigenen Bienenstand einzulogieren, sondern sie erst einmal in Quarantäne – fern von den eigenen Bienen – bauen zu lassen und sie eingehend zu untersuchen. Etwas anderes ist es natürlich, wenn ein eigenes Volk abschwärmt. Kann man dieses einfangen und möchte damit kein neues Volk aufbauen, sondern sein bestehendes Wirtschaftsvolk erhalten und verstärken, war der Tipp, den Schwarm kurz vor der bisherigen Beute, ins Gras, abzuschlagen. Die Schwarmbienen werden wieder in ihre alte Beute einlaufen, nur die alte Königin bleibt dabei auf der Strecke und findet auf einem gut geführten Bienenstand vermutlich kein  weiselloses Volk, bei dem Sie sich einbetteln kann.

Mit dieser Diskussion waren die angesetzten 1,5 Stunden dann wieder sehr schnell vorbei und die ersten mussten aufbrechen.  Die nächste Versammlung findet am 04.03.2017 wieder in Thyrow statt.

 

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