Imkerverein Ludwigsfelde

Imkertipps für den Winter – Restentmilbung

Home  >>  Imkertipps  >>  Imkertipps für den Winter – Restentmilbung

Imkertipps für den Winter – Restentmilbung

Eine der wichtigsten Aufgaben des Imkers im Winter ist die Restentmilbung unserer Bienen. Nur Völker die gering mit der Varroamilbe belastet sind kommen gesund durch den Winter. Wenig Milben bedeutet immer auch eine relativ geringe Virenlast und einen gesunden Bien, der sich gegen Begleitkrankheiten wie Nosemose oder Ruhr gut wehren kann.

Restentmilbung mit Oxalsäure

Für die Restenmilbung ist Oxalsäure das Mittel, das am häufigsten von den Bieneninstituten empfohlen wird. Oxalsäure wird auf die Bienen geträufelt und durch die Bienen selbst im Volk verteilt. Das Verdampfen, wie es in anderen Ländern praktiziert wird, ist in Deutschland nicht zulässig. Alternativ bietet sich auch Milchsäure an, die nicht so agressiv und etwas milder ist. Allerdings wird bei einer Milchsäurebehandlung das Volk stärker gestört, mehr Bienen fliegen auf und können verklammen und es wird deutlich mehr Feuchtigkeit im Stock verteilt, was sich nachteilig auf das Stockklima auswirken kann. Für andere Mittel wie Ameisensäure oder Thymolstreifen u.ä. ist es im Winter bei uns einfach zu kalt – daher ist Oxalsäure für die meisten Imker die erste Wahl.

Oxalsäure wirkt nur auf aufsitzende Milben, nicht jedoch auf Milben die sich in der Brutzelle befinden. Daher ist es wichtig, abzuwarten, bis die Völker ohne Brut sind. Dies ist normalerweise etwa drei Wochen nach den ersten Nachfrösten der Fall. In diesem Jahr gab es die ersten Frostnächte in unserer Gegend Ende Oktober und in den ersten Novembertagen. Man kann also um den 20igsten November herum prüfen ob das Volk brutfrei ist.

Dann sollte ein freundlicher Tag ohne Regen und Schnee und mit Temperaturen zwischen o°C und 5°C gewählt werden. Je enger die Bienen in der Wintertraube sitzen, umso besser und umso einfacher ist die Behandlung.

Die Oxalsäure könnt ihr im Bienenfachhandel oder der Apotheke kaufen – selbst „Anmischen“ ist in Deutschland leider nicht erlaubt, auch wenn es sehr einfach ist.

Die fertige Oxalssäure transportiert ihr dann – möglichst warm gehalten – zu euren Bienenvölkern. Am Stand wird die pro Volk benötigte Menge auf eine Spritze aufgezogen und die Säure zwischen die Rähmchen in die Wintertraube geträufelt. Das geht bei einzargigen Völkern sehr einfach und schnell. Bei Zweizargern müsst ihr – je nach Volksstärke – zwei Mal träufeln. Die obere Zarge ankippen, prüfen wo das Volk sitzt und etwa die Hälfte der Dosis in die Bienentraube träufeln. Dann die obere Zarge wieder richtig aufsetzen und dann den Rest von oben in die Wabengassen träufeln, wo das Volk sitzt. Dabei mehr Oxalsäure in der Mitte der Traube verteilen.

Dosierung von Oxalsäure

  • starkes Volk (zwei Zargen besetzt –  Dadant/Zander 1,5 voll besetzt): 50ml
  • mittelgroßes Volk (eine Zarge besetzt – Dadant/Zander 1,5 halb besetzt): 40ml
  • schwaches Volk (z.B. Ableger / eine Zarge nicht voll besetzt): 30ml

Hinweis: Die Oxalsäurebehandlung darf nur 1x durchgeführt werden – mehrfache Behandlung schädigt dass Volk über Gebühr. 

Achtung: Die Oxalsäurebehandlung muss ins Bestandsbuch eingetragen werden!

Weitere nützliche Informationen finden sich in der Broschüre: „Varroa unter Kontrolle“ die kostenlos im Internet verfügbar ist.

Hier noch ein Video, dass ich bei Youtube gefunden habe und dass die Oxalsäurebehandlung sehr gut zeigt:

Was ist sonst noch zu tun?

Ansonsten lässt man die Bienen im Winter am Besten in Ruhe. 😉 Ab und an kontrollieren, dass am Bienenstand alles ok ist, dass keine Mäuse in die Beuten eingedrungen sind und keine Spechte die Bienenkisten durchlöchern. Ihr könnt natürlich den Winter nutzen, um die Rähmchen für die kommende Saison vorzubereiten oder das in der Saison angefallene Wachs zu klären und daraus Kerzen herzustellen. Vielleicht ist auch Zeit für ein gutes Imkerbuch oder die ein oder andere Weiterbildung, die vom Landesverband oder dem Bieneninstitut Hohen-Neuendorf ab Januar wieder angeboten werden.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

WordPress spam blockiert CleanTalk.